Mitglieder-Bulletin 02/2010

Em President sini Meenig
Seit Anfang September „testet“ die Post nun die „Zukunft der Briefzustellung“, wie es in einem Kundenschreiben so schön heisst. Für viele Gewerbebetriebe ist es wichtig, wann die Briefpost zu Ihnen kommt. Gerade die vielen Kleinbetriebe im Appenzellerland können sich dank kurzer Reaktionszeiten von den Grossbetrieben abheben. Mit der verspäteten Zustellung wird dieser Vorteil klar geschmälert! Nicht akzeptabel ist auch die Zustellung der Zeitungen erst nach dem Mittag. Insbesondere der Appenzeller Volksfreund mit seinen lokalen Inhalten und Hinweisen auf Veranstaltungen, Aktionen etc., die vielfach noch am gleichen Tag stattfinden, verliert so deutlich an Attraktivität. Die „Zukunft der Briefzustellung“ mag vielleicht in den Städten und Agglomerationen, wo die Zeitungen vielfach durch private Zeitungsverträger verteilt werden, recht gut funktionieren. Einmal mehr werden jedoch die Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung mit Füssen getreten. Dabei sollte ja gerade die Post ein Interesse haben, sich gegenüber den elektronischen Medien nicht noch mehr Nachteile zu verschaffen. Als Betroffene können wir uns leider nur durch Protest wehren, doch sollten wir wenigstens diese Gelegenheit wahrnehmen. Melden Sie sich unter kundendienst@dont-want-spam.post.ch  (dorthin sende ich auch diesen Artikel) und machen Sie Ihrem Ärger Luft. Sie tun dies auch im Interesse der Mitarbeiter unserer verbliebenen Poststellen, die machtlos die Entscheidungen der Postmanager auszuführen haben.

 

Steuerinitiative der SP
Am 28. November stimmt das Schweizervolk über die unselige Steuerinitiative der SP ab. Aktuelle Umfragen zeigen, dass per Mitte Oktober eine Mehrheit (58%!)der Bevölkerung der Initiative zugestimmt hätte. Eine Annahme hat für unseren Kanton verheerende Folgen! Durch die Fremdbestimmung des Steuersatzes für Einkommen ab 250'000.00 geht einer unserer wichtigsten Trümpfe auf einen Schlag verloren. Der Anreiz für vermögende Privatpersonen und Firmen, den Wohn- bzw. Firmensitz in Innerrhoden zu haben, würde wesentlich kleiner. Ein wichtiger Teil jener 20% Steuerzahler, die für 80% unserer Steuereinnahmen aufkommen, würde wohl die Nähe einer Stadt, eines Autobahnanschlusses, eines Flughafens etc. dem wohl beschaulichen aber verkehrstechnisch doch etwas abgelegenen Appenzell Innerrhoden vorziehen. Ebenso wichtig ist, dass wir mit der Annahme dieser Initiative faktisch unsere Steuerhoheit aufgeben und damit einen der wichtigsten Grundpfeiler der kantonalen Eigenständigkeit untergraben. Setzen auch Sie sich für die Ablehnung dieser Initiative ein und nutzen Sie insbesondere Ihr Stimmrecht am 28. November mit einem klaren NEIN!

 

Hauptversammlung KGV
Am 17. November findet die Hauptversammlung des Kantonalen Gewerbeverbandes statt. Wir treffen uns um 19.30h im Rest. Alpstein an der Eggerstandenstrasse 2e. Nebst den ordentlichen Traktanden wird Frau Statthalter Antonia Fässler ein Referat über die aktuellen Herausforderungen im Innerrhoder Gesundheitswesen halten. Als Vorsteherin des Gesundheits- und Sozialdepartementes ist sie innerhalb der Standeskommission für einen Bereich zuständig, welcher von grosser Dynamik geprägt ist. Für praktisch jeden von uns ist dieser Bereich von grosser Bedeutung, sei es, weil man auf Gesundheitsleistungen angewiesen ist, sei es als Steuer- und Prämienzahler. Frau Statthalter Antonia Fässler orientiert, ausgehend von den Veränderungen in Rahmenbedingungen und Umfeld, über die wichtigsten aktuellen Herausforderungen des Kantons im Gesundheitsbereich mit besonderem Fokus auf die grösste kantonale Gesundheitsinstitution - das Spital und Pflegeheim. Die Traktandenliste finden Sie in der Beilage sowie auf unserer Homepage www.kgv-ai.ch.

 

Wirtschaftsseiten im Volksfreund
Das Volkswirtschaftsdepartement, die Handels- und Industriekammer Appenzell HIKA sowie der Gewerbeverband unterhalten seit 8 Jahren die Wirtschaftsseiten im Appenzeller Volksfreund. 8-10x jährlich wird damit die Bevölkerung über gewerblich relevante Themen informiert. Zuständiger Redaktor war von Anfang an Werner Kamber, der nun auch in diesem Bereich seinen wohlverdienten Ruhestand antreten möchte. An dieser Stelle danken wir Werner Kamber für die sehr angenehme Zusammenarbeit und seine fundierten Artikel, die er in all diesen Jahren geschrieben hat und wünschen ihm alles Gute, vor allem aber beste Gesundheit und viel Freude im Ruhestand. Glücklicherweise konnte mit Stephan Millius, wohnhaft im Oberbad 9, 9050 Appenzell ein kompetenter Nachfolger gefunden werden, der bereit ist, diese Arbeit weiterzuführen. Stephan Millius ist Inhaber der Firma millius markt & medien, welche journalistische und werberische Arbeiten für Verlage, Agenturen und weitere Unternehmen ausführt. Zudem macht Millius Kommunikationsberatung, Durchführung von Schulungen und Kursen im Kommunikationsbereich sowie Publikation eigener Medien wie Magazine, Zeitschriften und Bücher. Wir freuen uns auf eine angenehme und fruchtbare Zusammenarbeit!

 

Neue Regionalpolitik NRP
Als Präsident des Gewerbeverbandes habe ich Einsitz in der Arbeitsgruppe Neue Regionalpolitik, welche vom Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Benedict Vuilleumier geleitet wird und seit Ende 2009 existiert. Im Rahmen dieser NRP stellt der Bund nahmhafte Geldbeträge zur Verfügung, die zur Förderung von Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung in den Regionen beitragen sollen. Konkret geht es um Projektunterstützungen oder –lancierungen im touristischen, (land)-wirtschaftlichen oder auch ökologischen Bereichen. Die Zielgruppen sind weit gefasst, umso grösser sind die Möglichkeiten, sinnvollen Projekten auf die Beine zu helfen. Die gesprochenen Bundesgelder müssen vom jeweiligen Kanton in der gleichen Höhe ergänzt werden, die Wirtschaftsförderungskommission entscheidet letztlich über die Verwendung der Gelder. Melden Sie sich beim Volkswirtschaftsdepartement oder bei mir, wenn Sie eine zündende Idee haben oder ein gutes Projekt in Ihrem Kopf herumgeistert, das noch den notwendigen Kick benötigt, um realisiert zu werden.

 

Zum Schluss noch dies
Medienwirksam hat der abtretende Verkehrsminister Moritz Leuenberger den Durchstich des Gotthard Basistunnels zelebriert. Ein Ereignis, das weltweite Anerkennung bekommen und zweifelsohne auch verdient hat. Wir Schweizer dürfen stolz auf das Bauwerk sein, auch wenn natürlich dessen Nutzen weitgehend von unseren beiden Nachbarn Deutschland und Italien abhängt. Die ungelösten Anschlussprobleme nördlich wie südlich unseres Landes müssten auch in Zeiten der Freude eigentlich nachdenklich machen und es bleibt zu hoffen, dass die neue Verkehrsministerin Doris Leuthard mit ihrem Verhandlungsgeschick und Charme der Gotthardstrecke und damit der Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene erst zum wirklichen Durchbruch verhelfen kann. Laut Medienberichten ist der Ruckhaldentunnel und damit dank dem Wegfall der Zahnradstrecke die sogenannte Durchmesserlinie von Appenzell nach Trogen für die Appenzellerbahnen auch so etwas wie ein Gotthardtunnel. Wie viel uns Innerrhoder dies kosten soll, werden wir wohl noch früh genug erfahren. Eine bessere Anbindung an St. Gallen ist sicher wünschenswert, doch für eine wirklich effiziente Bahnverbindung von Appenzell nach St. Gallen wird wohl 1 Tunnelbau nicht genügen…

 

Mit herzlichen Grüssen
Albert Manser, Präsident