Mitglieder-Bulletin 02/2009

Em President sini Meenig
Bezüglich Wirtschaftskrise scheint das Gröbste ausgestanden zu sein. Während die Tourismus-Betriebe wie auch das Baugewerbe bisher kaum etwas von einer Krise gespürt haben, mussten das Autogewerbe und vor allem die exportorientierten Unternehmen teils starke Umsatzeinbrüche verzeichnen. Die Tatsache, dass die Arbeitslosenzahlen in AI nur wenig zugenommen haben und seit August stabil geblieben sind, zeugt von einem äusserst verantwortungsvollen Umgang der betroffenen Unternehmen mit ihren Mitarbeitern. Auch das Instrument der Kurzarbeit wurde relativ wenig bean-sprucht und diese Zahlen sind zur Zeit glücklicherweise wieder sinkend.
Doch ist es noch zu früh, um Entwarnung zu geben. Falls die Prognosen der steigenden Arbeitslosenzahlen zutreffen, wird sich dies auf den Konsum negativ auswirken und damit auch negative Auswir-kungen auf die bisher verschonten Branchen haben. Wir tun gut daran, uns auf dieses Szenario vorzubereiten, um nicht von den Ereignissen überrascht zu werden.

 

Hauptversammlung
Am 24. November findet unsere Hauptversammlung statt. Dieses Jahr müssen der Ausschuss sowie diejenigen Vorstandsmitglieder, die nicht über einen Verband Einsitz haben, wieder gewählt werden. Zudem müssen wir Ihnen eine Beitragserhöhung von heute Fr. 80.00 auf neu Fr. 100.00 beantragen. Auslöser ist eine Erhöhung der Abgabe an den Schweizerischen Gewerbeverband um Fr. 8.00 pro Mitglied. Das Geld wird dringend benötigt, um den sgv politisch schlagkräftiger zu machen. Aber auch die Kasse des KGV braucht nach zwei defizitären Jahren etwas Unterstützung.
Mit Dr. Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell, konnten wir wiederum einen äusserst versierten Referenten gewinnen. Dr. Weigelt hat im vergangenen Jahr im Rahmen der IHK-Schriftenreihe den Sozialstaat Schweiz kritisch durchleuchtet und eine Arbeit herausgegeben mit dem Titel: „Sozialstaat Schweiz – zu viele Schulden, zu wenig sozial.“
Ein Thema, das jeden Unternehmer interessieren muss und das mit der kürzlichen Volksabstimmung zur Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Gunsten der IV Schweizweit kontrovers diskutiert wurde. Dr. Kurt Weigelt belässt es jedoch nicht bei einer kritischen Beurteilung, sondern liefert auch Ideen, wie eine soziale Absicherung mit einem 3-Säulenprinzip, ähnlich der Altersvorsorge, aussehen könnte.

 

Gewerbemesse A09
Unsere Gewerbemesse A09 rückt immer näher. Das OK unter der Leitung von Franz Fässler hat sehr gute Arbeit geleistet und liegt mit den Vorbereitungen absolut im Fahrplan. Erfreulicherweise wurde wiederum praktisch gleich viel Ausstellungsfläche gebucht, so dass die A09 in etwa in den gleichen Dimensionen wie 2005 durchgeführt werden kann. Am neuen Standort auf der Liegenschaft Schmittenbach bei Adolf Fuster herrschen zudem ideale Platzverhältnisse. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche A09, die aufgrund der wohl bevorstehenden wirtschaftlichen Ab-flachung gerade zur rechten Zeit kommt.

 

Strukturreform, „Wie viele Bezirke braucht Innerrhoden?“
Die Standeskommission hat am 28. September mit einer Medienmiteilung die Diskussion zur Strukturreform in AI lanciert. Der Gewerbeverband wird sich im Rahmen der laufenden Vernehmlassung intensiv mit diesem Thema befassen und die Vor- und Nachteile des zur Diskussion stehenden Zusammenschlusses der Bezirke im Inneren Land genau analysieren. Unbestritten gibt es einige Mängel im heutigen System, die dringenden Handlungsbedarf haben. Doch wie diese behoben werden können ohne Neue zu schaffen, darüber wird es in Innerrhoden noch viel zu diskutieren geben.

 

Berufsweltmeisterschaften
An den Berufsweltmeisterschaften, den „World Skills“, in Calgary, Kanada von Anfang September war einmal mehr auch Innerrhoden vertreten. Daniela Manser, Tochter von Ruth und Peter Manser, Ofenbau, überzeugte als Schweizer Vertreterin bei den Köchen. Trotz plötzlich auftretender, starker Rückenschmerzen, die sie vom sicheren Medaillenkurs abbrachten, beendete Daniela den Wettbewerb auf dem sehr guten 6. Rang. Im Namen des Kantonalen Gewerbeverbandes gratuliere ich Daniela und auch ihrem Lehrbetrieb, dem Hotel Hof Weissbad, zu dieser tollen Leistung und wünsche ihr für die vielversprechende weitere berufliche Zukunft alles Gute.

 

Zum Schluss noch dies
Da sind wir Gewerbler seit Jahren stolz auf unsere Berufslehre und die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten für unseren Berufsnachwuchs und nun dies: Die Akademien der Wissenschaften fahren mit ihrem Weissbuch einen Frontalangriff auf das duale Bildungssystem. Mit realitätsfremden Forderungen wie einer Maturitätsquote von 70% schiessen diese allerdings dermassen am Ziel vorbei, dass die Thesen auf breiter Front nur mit Kopfschütteln wahrgenommen worden sind. Den Verfassern dieses umstrittenen Weissbuches hätte wohl eine Prise Praxis in ihrem Studium auch nicht geschadet….

 

 

 

Mit herzlichen Grüssen
Albert Manser, Präsident